Fail early, fail often!
Liebe Empfänger dieses Newsletters,
der Titel dieser Ausgabe ist nicht als Anleitung zum Scheitern zu verstehen oder gar als Entschuldigung für jenes zu nehmen. Im Gegenteil: es ist ein Motto, dass tieferes Verständnis von Systemen und Systemwirkungen fördern soll.
Dieses Motto kommt aus einer Subkultur, die irgendwann auch Mainstream sein wird: die Gamer. Gamer sind Nutzer von Computerspielen, egal welcher Type oder welchem Nutzungsgrad. Denn eines ist allen Computerspielern gleich: wie ein Spiel genau funktioniert, welche Regeln es hat, wie es sich in bestimmten Situationen verhält, das wird in keinem Handbuch zu finden sein. Wenn überhaupt, dann gerade mal die Bedeutung der Bedientasten des Controllers. Gerade das ist ein Hauptbestandteil des Computerspiels und der erste Spaß, der Computerspieler begeistert: das System mit seinen Eigenheiten erforschen, will heißen erlernen. "Fail early, fail often" bringt diesen praktischen Forschungsdrang des Computerspielers zum Ausdruck: er/sie muss fortwährend das System austesten, um seine Funktionsweise zu verstehen. Ein Spieler ist somit viel mehr ein Wissenschaftler als ein Fernsehzuschauer oder Medienkonsument. Durch Überprüfung wird das System erlernt, erprobt und für wahr befunden, solange keine Ausnahme oder Falsifikation eintritt.
Diese Art und Weise des Erlernens von Unbekanntem ist in unseren Breiten leider nicht sehr weit verbreitet. Meist wird ein Handbuch, ein fix-fertiges Rezept oder ein komplettes Seminar verlangt, bevor man sich auf ein neues (IT, Umwelt, Gesellschafts-) System einläßt. Nicht nur, dass wir keinen Spaß an der Sache haben, sondern auch kein tieferes Verständnis erwerben können. Schade, finden Sie nicht? "Fail early, fail often!" heißt für mich: ausprobieren, spielen mit Diensten, spielerisch entdecken und für sich nutzbar machen. Gerade Web 2.0 Dienste bieten die Möglichkeiten, Services und Funktionen auszutesten, ohne etwas kaputt zu machen. Probieren Sie es aus, oder schauen Sie den Gamer-Kids zu, wie diese lernen. Game on!
Mark Buzinkay
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Trends: online Gaming
Bis dato war Gaming etwas für Freaks. Dann auch noch für Kids. Und nun zeigen Forschungen, dass das Bild vom "typischen" Gamer nicht stimmt: Gamer sind in allen Altersklassen, Schichten, Geschlechtern gut vertreten.
Auch im Web rollt die Gaming-Welle: neben klassischen Games wie World of Warcraft, wo Millionen von Spielern gemeinsam agieren, bis hin zu einfachen Flash-Games im Browser ist alles dabei. Die User-Zahlen sind im mehrstelligen Millionenbereich.
Daneben entwickeln sich neue Vertriebsstrukturen und Kooperationen im Web, die User zu Spielen und umgekehrt bringen. So ist beispielsweise Facebook als eines der beliebtesten Social Network Dienste auch eine der bedeutendsten Spiele-Distributoren über seine Plattform.
Gespielt wird auch unterwegs: Nokia hat schon früh auf dieses Pferd gesetzt, und nun etabliert sich das iPhone als die beliebteste Plattform für Software-Entwickler, Spiele mobil anzubieten.
Wii als eines der drei Konsolen im Spielemarkt ist nicht nur extrem populär, sondern auch in vielen Fällen ein Lerninstrument. Für alle, die Morgenluft gewittert haben: das MBI Holodeck beschäftigt sich mit allen Aspekten des eGaming, genauso auch die Gamestudies.
Und nun viel Spaß beim Spielen!
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Links, Books, Events
Dieses Mal habe ich ein eBook-Tip zum Thema: eGaming in Bibliotheken". Wie der Titel schon sagt, geht es um das Potential von eGames in Bibliotheken sowie um Bibliotheken, die eGaming für sich entdeckt haben.
Der kostenlose Download ist unter http://www.buzinkay.net/egaming.html möglich (18,5 MB, pdf, 70 Seiten) möglich. Mehr zum Thema findet sich auch in diesem Post...
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