Brauchen Soziale Netzwerke Betriebssysteme?
Mark BuzinkayTags: identifizierung, social network, web-identity
Im Angesicht der schieren Flut von Social Networks, der Vielfalt an virtuellen Identitäten, dem Lösungsweg von Lifestreams und der nicht mehr verwaltbaren Menge an Kontakten, wäre da nicht eine Software wünschenswert, die Freunde ‘automatisch’ erkennt? O’Reilly, bekanntlich einer der größten Netzwerker im Web, wünscht sich so was, denn
“every explicit social networking site, which is trying to reconstruct my social network by asking me to invite people and approve their invitations, is crying out for access to my true social network, which (to the extent it exists online) is locked up in applications that don’t think of themselves as social networking applications at all.”
Nun, was O’Reilly hier meint, ist die Tatsache, dass jedes soziale Netzwerk ein hinter Zäunen organisiertes soziales System ist, das aber nach außen kaum Daten abzugeben bereit ist. Sprich, es will nicht mit anderen social network Systemen kommunizieren. Für jemand wie O’Reilly, mit hunderten und tausenden Kontakten, ist der Eintrag in einem neuen Netzwerk stets mit horrender (manueller) Arbeit verbunden.
Die Idee ist folgende: soziale Netzwerke sollten in der Lage sein, aufgrund der im Web (und damit auch auf anderen Social Network Plattformen) vorhandenen Daten zu meiner Person automatisch meine sozialen Kontakte einpflegen. Das ist zwar vom Arbeitsaspekt her praktisch (und O’Reilly stellt sich das im Sinne des PageRank Algorithmus vor), aber mit vielen Fragen verbunden:
- manche Kontakte will ich gar nicht
- manchmal will ich gar nicht preisgeben, welche Kontakte ich habe
- …
Social Network Systeme sind eine Ansammlung privater Daten, die erst in der Verbindung mit anderen privaten Daten (meiner Person und der anderer) sehr interessant werden. Auch wenn die Interoperatibilität von Social Networks etwas Wünscheswertes (O’Reilly) oder die Zukunft (Trends) ist, muss sie streng nachgefragt werden.
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