Friendstreams: was tun meine Freunde im Web?

am 4. Februar 2008 durch Mark Buzinkay
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Das Internet, trotz seines Namens und seines Prinzips, ist nicht nur Verbindung, sondern auch Trennung und Aufsplitterung zugleich. Leider. Eines der offensichtlichsten Beispiele für das Aufziehen neuer Zäune sind soziale Netzwerke: in jeder virtuellen Gemeinschaft wird ein individueller Account und damit eine individuelle Identität benötigt. Was wir tun müssen, um das Web wieder zusammenzukleben, versuche ich in den nächsten Zeilen zu erläutern.

Vervielfältigung meiner online Persona
Die Schwierigkeiten von sozialen Netzwerken beginnen und enden nicht nur mit der Erstellung einer (neuen) virtuellen Identität, und damit der Vervielfachung oder Aufsplitterung meiner Person (obwohl dies manchmal ja gerade gewünscht wird - siehe Turkle). Nein, das eigentliche Problem ist die Vervielfältigung der Daten durch die Nichtübertragbarkeit oder fehlende Datenportabilität meiner Persona von einem social Network zum anderen.

Da nicht nur ich dieses Problem der Vervielfältigung meiner online Persona habe, sondern auch alle anderen User, fallen natürlich auch jene darunter, die ich meine Freunde nenne: also jene Kontakte, die ich als verfolgenswert beachte und ich mich mit ihnen im Web gerne austausche. Wo ist hier das Problem?

Die Schwierigkeit ist die Verfolgbarkeit. Eine Person in ihrem Tun digital zu verfolgen ist ja recht einfach, aber wenn sie über fünf online Personae (Web-Identitäten) verfügt, wird mein Aufwand größer. Das multipliziert sich natürlich mit der Anzahl meiner Freundschaftskontakte.

Lifestreams, Friendstreams
Was Sie selbst tun können, um anderen das Leben zu erleichtern, habe ich schon öfters angemerkt - Sie schaffen sich mit einem Lifestream-Dienst eine Meta-Identität, die alle quasi bündelt. Jaiku, Twitter oder Iceflake sind hier dienlich.

Was ist aber, wenn Ihre Freunde nicht über einen derartigen Lifestream-Dienst operieren? Ich kann natürlich über die ‘klassische’ Weise mir RSS-Feeds versuchen, auf dem Laufenden zu bleiben. Üblicherweise wird hier alles manuell eingerichtet. Da bietet sich z.B. Feeds 2.0 an. Oder ich nutze so genannte Friendstreams, Dienste also, die aus meiner Perspektive verschiedene online Personae zu einer Meta-Identität zusammenfassen.

Lösungen
Auch bei den Friendstreams gibt es unterschiedliche Lösungswege. Einer bedient sich ebenfalls RSS: Spokeo. Spokeo ist nicht nur ein RSS-Reader, sondern erlaubt die RSS-Feeds meiner Freunde zu abonnieren. Interessant, nicht?

Spokeo

Eine interessante Alternative zu Spokeo ist Tabber, auf den ersten Blick ein besseres Online-Adressbuch. Doch beim genaueren Hinsehen sieht man nicht nur einen Lifestream-Dienst, sondern auch einen Friendstream-Dienst: andere Quellen lassen sich hier ‘live’ mitverfolgen.

Eine Art Instant Messenger meiner sozialen Kontakte ist 8hands, eine Desktop-Applikation. Mit8hands lassen sich meine Freundschaftskontakte über die Grenzen sozialer Netzwerke hinaus vereinen. Allerdings werden nicht alle Social Network Systems unterstützt.

Und zu guter Letzt: ein dezidiert auf Friendstreaming getrimmter Dienst ist FriendFeed. Diese Anwendung erlaubt es, willkürlich Quellen zu einzelnen Freundschaftskontakten zu sammeln und dann übersichtlich zu verfolgen.

Veröffentlicht unter Social Network, Online Collaboration |

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